Burckhardt Compression mit Jahresumsatz von 650.7 Millionen Franken

Burckhardt Compression mit Jahresumsatz von 650.7 Millionen Franken
Fabrice Billard

Winterthur (CH) Burckhardt Compression mit markant höherem Bestellungseingang und klar verbessertem Betriebsgewinn; höhere Dividende beantragt.

Bestellungseingang stark getrieben von der Energietransition in Asien, USA und Europa
Im Berichtsjahr profitierten die weltweiten Märkte von der globalen Transition hin zu nachhaltigeren und sichereren Energiequellen. Dank der Positionierung von Burckhardt Compression entlang dieser Trends stieg der Bestellungseingang markant. Der starke Anstieg der Produktion von Solarpanels in China stimulierte die Nachfrage nach Kompressoren für Low Density Polyethylen (LDPE), Ethylen-Vinyl-Acetat (EVA) und Polysilikon-Produktionsanlagen. Dies trieb das Wachstum des Petrochemie- und Industriegas-Marktes. Die Nachfrage nach Wasserstoff-Tankstellen in Europa und den USA sowie die anhaltenden Investitionen in Anlagen zur Verflüssigung von Wasserstoff stimulierte den Bestellungseingang im Bereich Wasserstoff-Mobilität und -Energie. Der Bedarf an mit LNG (Liquefied Natural Gas) betriebenen Schiffen sowie LNG- und LPGTankern (Liquefied Petroleum Gas) trug zum Wachstum im Bereich Transport und Lagerung bei. Das Servicegeschäft in Asien-Pazifik (ohne China), Nordamerika und Europa profitierte im Laufe des Jahres von der Aufhebung der meisten pandemiebedingten Lockdowns und Reiserestriktionen, was vor allem dem Watungs- und Reparaturgeschäft zugutekam. Das Geschäft mit Engineering-Lösungen und Ersatzteilen nahm weiter zu.

Herausforderungen in Märkten und Geschäft
Die verschiedenen Lockdowns in China sowie die Energieknappheit in China im Herbst 2021 beeinflussten das Geschäft teilweise. Globale Herausforderungen in den Lieferketten konnten bisher dank eines grossen Lieferanten-Netzwerks und Rahmenabkommen mit verschiedenen Lieferanten abgewendet werden. Dadurch konnten die damit verbundenen Steigerungen der Rohmaterialpreise im Geschäftsjahr 2021 weitergegeben respektive abgemildert werden. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine nimmt Burckhardt Compression seit Mitte März 2022 keine Neubestellungen mehr von Russland entgegen. In den vergangenen Jahren entfielen rund 2 % bis 5 % des Umsatzes auf das Geschäft mit Russland. Die Verschärfung der Sanktionen nach Jahresabschluss wird sich auf die Ausführung der sich im Auftragsbestand befindlichen russischen Projekte auswirken. Viele dieser Herausforderungen dürften im Jahr 2022 weiter bestehen.

Gruppe: markant höherer Bestellungseingang, deutlich gesteigerte Profitabilität
Die Gruppe konnte den Bestellungseingang im Geschäftsjahr 2021 um markante 44.3 % auf CHF 976.6 Mio. steigern. Der Umsatz betrug CHF 650.7 Mio. und lag damit auf Niveau des Vorjahres. Der Bruttogewinn nahm um 14.9 % auf CHF 190.8 Mio. zu, bei einer deutlich höheren Bruttogewinnmarge von 29.3 % (Vorjahr 25.2 %).

Das gruppenweite Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 15.7% auf CHF 70.3 Mio. (Vorjahr CHF 60.8 Mio.), was einer EBIT-Marge von 10.8% entspricht (Vorjahr 9.2 %). Der Nettogewinn von CHF 50.4 Mio. übertraf das Vorjahr (CHF 47.2 Mio.) um 6.8 %, während das den Aktionären der Burckhardt Compression Gruppe zustehende Ergebnis pro Aktie um 14.0 % von CHF 13.00 auf CHF 14.82 stieg.

Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand betrug CHF 106.9 Mio. (16.4 % des Umsatzes). Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg als Folge der Entwicklung von innovativen Lösungen für das Marinegeschäft und den Bereich Wasserstoff-Mobilität und -Energie um CHF 4.3 Mio. auf CHF 19.7 Mio. Der sonstige betriebliche Ertrag lag mit CHF 6.1 Mio. um CHF 3.0 Mio. über Vorjahr, was vorwiegend auf Einmaleffekte zurückzuführen ist.

Ende März 2022 lag die Bilanzsumme bei CHF 837.8 Mio. oder im Vergleich zum Vorjahr um 10.5 % höher. Dieser Anstieg erklärt sich hauptsächlich mit stark gesteigerten Vorauszahlungen von Kunden sowie höheren Vorräten. Die Nettofinanzposition betrug Ende Berichtsjahr CHF –56.8 Mio. (Ende Geschäftsjahr 2020 CHF –82.4 Mio.). Der durch Kundenanzahlungen überfinanzierte Anteil der begonnenen Arbeiten verbesserte sich im Zuge des starken Anstiegs des Bestellungseingangs auf CHF 52.0 Mio. (Ende März 2020: CHF 11.5 Mio.). Das Eigenkapital verbesserte sich auf CHF 242.9 Mio. (+CHF 23.3 Mio.), währenddem die Eigenkapitalquote mit 29.0 % unverändert zum Vorjahr ist und geringfügig unter der Zielgrösse von über 30 % liegt. Gründe sind die höhere Bilanzsumme sowie die Verrechnung des Goodwills aus der Akquisition von Mark van Schaick BV mit dem Eigenkapital.

Systems Division: markant höherer Bestellungseingang, tieferer Umsatz, deutlich höhere EBIT- und Bruttogewinnmargen
Nach einem bereits starken ersten Halbjahr legte der Bestellungseingang der Systems Division auch in der zweiten Jahreshälfte nochmals deutlich zu, so dass er gesamthaft auf CHF 651.1 Mio. zu stehen kam (+60.9 %). Dieser Betrag beinhaltet eine aussergewöhnlich hohe Zahl von Grossaufträgen für LDPE-/EVA- und Polysilizium-Anwendungen mit einem Gesamtwert von rund CHF 150 Mio., deren Fakturierung sich über die beiden nächsten Geschäftsjahre erstreckt. Der Umsatz von CHF 372.7 Mio. unterschritt den Vorjahreswert um 9.1 %, was sich mit dem coronabedingt schwachen Bestellungseingang im ersten Halbjahr 2020 erklärt. Der Bruttogewinn erhöhte sich um 20.7 % auf CHF 71.3 Mio., was einer Bruttogewinnmarge von 19.1 % entspricht (Vorjahr 14.4 %), hauptsächlich aufgrund eines günstigeren Produktemixes und einer höheren Kapazitätsnutzung. Preiserhöhungen bei gewissen Materialkategorien wurden durch Einsparungen in der Beschaffung sowie durch professionelles Projektmanagement kompensiert. Dank dem starken zweiten Halbjahr erzielte die Division eine gegenüber dem Vorjahr (3.9 %) substanziell verbesserte EBIT-Marge von 5.7 %, trotz eines geringeren Umsatzvolumens.

Services Division: markant gesteigerter Bestellungseingang und Umsatz, höherer EBIT Der Bestellungseingang der Services Division stieg um starke 19.6 % auf CHF 325.5 Mio., verglichen mit dem Vorjahr, der einen langfristigen Marine-Serviceauftrag über zehn Jahre mit einem Wert im tiefen zweistelligen Millionenbereich enthielt. Der Umsatz wuchs um 11.8 % auf CHF 278.0 Mio. Der Bruttogewinn legte um CHF 12.5 Mio. auf CHF 119.6 Mio. zu, was in einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Bruttogewinnmarge von 43.0 % resultierte. Der EBIT stieg aufgrund des höheren Umsatzes um CHF 7.1 Mio. auf CHF 58.4 Mio., was eine EBIT-Marge von 21.0 % ergab (Vorjahr 20.6 %). Arkos Field Services (USA) verbesserte sich klar, und die Integration des Geschäfts der akquirierten Mark von Schaick BV in den Niederlanden ist auf Kurs.

Erste Erfolge mit digitalen Lösungen
Burckhardt Compression hat im Berichtsjahr unter dem Namen UP! Solutions digitale Servicelösungen in das Leistungsportfolio integriert. UP! Remote Support, das erste Produkt dieser Art, unterstützt Kunden vor Ort in Echtzeit und über digitale Medien wie HoloLens, einer Augmented-Reality-Brille oder per Tablet. Die Experten von Burckhardt Compression führen Techniker vor Ort Schritt für Schritt mit präzisen Anweisungen durch die einzelnen Arbeitsschritte, diagnostizieren das Problem und schlagen Lösungen vor. Weitere Services auf Basis von Datenanalysen und künstlicher Intelligenz befinden sich zurzeit in Entwicklung und werden im laufenden Geschäftsjahr mit Pilotkunden getestet.

Erster Nachhaltigkeitsbericht nach GRI-Standards
Burckhardt Compression erzielte im Geschäftsjahr bedeutende Fortschritte in der systematischen Integration von Nachhaltigkeit in seine Strategie und Geschäftsprozesse. Das Unternehmen hat den Managementansatz mit Blick auf materielle Nachhaltigkeitsthemen in funktionsübergreifenden Teams gestärkt und Schlüsselindikatoren definiert. Die Ergebnisse werden im Nachhaltigkeitsbericht nach den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) präsentiert. Die Stärkung der Nachhaltigkeit und der Beitrag zur Energietransition sind für das Unternehmen eine langfristige Verpflichtung und werden in der Entwicklung des neuen Mittelfristplans für die Jahre 2023 bis 2027 eine integrale Rolle spielen.

Fabrice Billard neuer CEO
Am 1. April 2022 übernahm Fabrice Billard, bisher President der Systems Division, von Marcel Pawlicek die Funktion als CEO. Damit ist die Kontinuität im letzten Jahr des laufenden Mittelfristplans sichergestellt, und das neue Management-Team wird den Fokus auf die Entwicklung eines strategischen Plans richten mit dem Ziel, die Marktchancen im Zusammenhang mit der globalen Energietransition und der Reduktion von Treibhausgasemissionen bei Kundenanlagen zu realisieren.

Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr 2022, neuer Mittelfristplan ab 2023
Burckhardt Compression erwartet, auch in Zukunft von seiner Positionierung bei der globalen Energietransition hin zu nachhaltigeren und sichereren Energiequellen zu profitieren. Basierend auf dem Bestellungseingang der zwei vergangenen Geschäftsjahre und den Herausforderungen auf den Beschaffungsmärkten erwartet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2022 auf Gruppenstufe ein Umsatzwachstum auf CHF 720 Mio. bis CHF 760 Mio. Damit wird das im Mittelfristplan für 2022 festgelegte Ziel von CHF 700 Mio. übertroffen. Aufgrund einmaliger Kosten im Zusammenhang mit den verschärften Sanktionen gegen Russland nach Jahresabschluss (EBIT-Effekt von CHF 5 Mio. bis CHF 7 Mio. erwartet) sowie einer Veränderung des Geschäftsmixes hin zum Systems-Geschäft dürfte die operative Marge auf Vorjahresniveau und damit innerhalb des Mittelfristplan-Zielbereichs von 10% bis 15% liegen. Dies setzt voraus, dass die globalen wirtschaftlichen Herausforderungen in der Lieferkette und die geopolitischen Entwicklungen das Niveau der Geschäftstätigkeit künftig nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Der neue Mittelfristplan 2023 bis 2027 wird im laufenden Geschäftsjahr ausgearbeitet und voraussichtlich im November 2022 extern kommuniziert.

Dividende
Der den Aktionären der Burckhardt Compression Gruppe zurechenbare Gewinn pro Aktie stieg um 14.0% auf CHF 14.82. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Dividende von CHF 7.50 pro Aktie vor (Vorjahr CHF 6.50) und somit eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um 15.4%. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 50.6% des den Aktionären von Burckhardt Compression zustehenden Nettogewinns pro Aktie (Vorjahr 50.0 %). Diese bewegt sich damit am unteren Ende des Zielbereichs von 50 % bis 70 %, um die Eigenkapitalquote weiter hin zum Zielwert von 30% zu stärken.

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Burckhardt Compression AG

  Franz-Burckhardt-Strasse 5, 8404 Winterthur
  Schweiz
  +41 52 262 55 00

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