Pilz oder Kaktus? Ina Kent und ihr nachhaltiges Lieblings-"Leder"

Pilz oder Kaktus? Ina Kent und ihr nachhaltiges Lieblings-
Ina Kent

Design ist bei Ina Kent der Schlüssel zum Erfolg und Unternehmens-Mittelpunkt zugleich. Ihre Taschen werden in Wien entworfen – im Austausch mit internationalen Partnern, was das verwendete Material betrifft. Denn Innovation ist der österreichischen Designerin ebenso wichtig wie Nachhaltigkeit. Nicht umsonst hat Ina Kent ursprünglich Ernährungswissenschaften studiert – und weiß somit, was Lebensmittel können. Den Beweis tritt sie mit ihrer Handtaschen-Kollektion aus Kaktusfasern an. Gepaart mit Funktionalität und Vielseitigkeit zeigen die Kreationen deutlich: Produkte am Puls der Zeit zu entwickeln lohnt sich.

Frau Kent, Sie fertigen Taschen aus Kaktushaut – wie darf man sich diese vorstellen?
Dieses als nachhaltig zertifizierte Material des mexikanischen Startups Desserto wird unter ausschließlicher Verwendung veganer Hilfsmittel von unserem portugiesischen Partner verarbeitet. Das innovative, rein pflanzliche Lederimitat aus Fasern des Nopal-Kaktus überzeugt durch hohe Umweltfreundlichkeit und besonderen Tragekomfort. Im Gegensatz zu synthetischen Lederalternativen, deren Trägermaterial oft aus Kunststoff besteht, ist das aus dem Feigenkaktus gewonnene Desserto-Leder atmungsaktiv, angenehm anschmiegsam und sieht tierischem Leder zum Verwechseln ähnlich. Es ist unser erstes Angebot an Kund*innen, die gänzlich auf tierische Erzeugnisse verzichten möchten.

Wo liegen die Vor- bzw. Nachteile dieses alternativen Materials und wie sind Sie auf dieses gestoßen?
Erste derartige Lederersatzmaterialien aus Pilzen waren aufgrund des innovativen Charakters lange Zeit vergriffen. Es folgten Materialien aus verschiedensten Grundstoffen wie Apfel-, Ananas-, Palmenfasern und eben auch Kaktusleder. Der Vorteil gegenüber bestehender Lederersatzmaterialien wie PU ist, dass sich diese Materialien in den ökologischen Kreislauf integrieren und vollständig verrotten. Bei der Auswahl der Oberfläche war uns ein natürlicher Griff wichtig, der dem wenig pigmentierter Leder entspricht – also kein „Plastik-touch“.

Wien als Standort für Designer – wie sehen Sie diesen, wie beeinflusst er Sie?
Wien hat viel zu bieten, es ist nicht nur eine unglaublich lebenswerte Stadt. Es gibt auch viele spannende und inspirierende Plätze. Ich denke, wo immer man sich wohlfühlt, kann man auch gut arbeiten.

Wie kam es zur Entscheidung, Taschen zu designen?
Das war von vielem ein bisschen, man kann auch sagen, es hat sich einfach so ergeben. Es war kein langgehegter Wunsch oder Traum.

Wie lautet Ihre Devise bei der Fertigung Ihrer Produkte?
Qualitativ hochwertige Grundstoffe sind mir sehr wichtig, ich habe Freude daran, schöne Materialien zu verwenden und angemessen verarbeiten zu lassen. Das Endprodukt soll langlebig sein.

Wovon lassen Sie sich inspirieren?
Es gibt nichts das keine Inspirationsquelle sein kann. Inspiration ist für mich einfach das Zusammentreffen harmonierender Umstände und Zustände in einem richtigen Moment.

Wo und mit welchen Partnern stellen Sie die Produkte her, wo sind die Produkte zu haben?
Wir produzieren fast ausschließlich in Indien, nur die veganen Leder werden in Portugal verarbeitet. Mit unseren Partnern teilen wir gleiche Werte und haben einen freundschaftlichen Austausch.

Bitte umreißen Sie das Bild der „typischen“ Ina Kent-Kundin für uns!
Unsere Kundinnen sind sehr divers. Was sie vielleicht vereint, ist eine Affinität zu Produkten, die anders sind – nicht in einer schreienden Weise. Und die sie lange begleiten sollen.

Wo sehen Sie Ina Kent in 5 Jahren?
Ich plane, dass sich unser Portfolio bis dahin noch stärker in Richtung ökologischer Verträglichkeit erweitert. Das entspricht dem Anspruch unserer Kund*innen und macht die Arbeit erfüllend.

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Ina Kent GmbH

  Ahornergasse 3/19, 1070 Wien
  Österreich
  +43 664 9163963

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