SFS übertrifft Wachstumsziele im ersten Halbjahr 2022

SFS übertrifft Wachstumsziele im ersten Halbjahr 2022

Heerbrugg (CH) Die SFS Group hat in einem anspruchsvollen und von erheblichen Unsicherheiten geprägten Marktumfeld in allen Regionen und Endmärkten – ausser der Automobilindustrie – ihre Wachstumsziele übertroffen. Mit dem Vollzug der Transaktion mit Hoffmann Anfang Mai realisierte das Segment Distribution & Logistics die Internationalisierung des Handelsgeschäfts. Der erzielte Umsatz von CHF 1’223.6 Mio. im ersten Halbjahr 2022 liegt 27.8% über der Vorjahresperiode und die um Einmaleffekte normalisierte EBIT-Marge bei 14.7%.

Die Nachfrage nach den Produkten von SFS blieb im Verlauf des ersten Halbjahrs in den meisten Endmärkten und Regionen auf hohem Niveau – ungeachtet der erheblichen Unsicherheiten infolge des Kriegs in der Ukraine, anhaltender Verwerfungen in den Lieferketten, weiterer COVID-19-Wellen in Asien und Europa sowie im Umfeld steigender Zinsen und Inflationsraten. Wie bereits im vergangenen Geschäftsjahr erwies sich die hohe Lieferverfügbarkeit als ein starker Wettbewerbsvorteil. Dank lokalen Produktionsstandorten, vorherrschend regionalen und robusten Lieferketten sowie dem grossen Engagement der Mitarbeitenden konnte die Lieferbereitschaft gegenüber den Kunden aufrechterhalten werden. Weiterhin gelang es SFS, selektiv Marktanteile zu gewinnen.

Die SFS Group erzielte im ersten Semester 2022 einen Bruttoumsatz von CHF 1’223.6 Mio., was einem Wachstum gegenüber der Vorjahresperiode von 27.8% entspricht. Zusätzlich zum organischen Wachstum von 9.8% resultierten Konsolidierungseffekte von 19.3%, die im Wesentlichen aus der erstmaligen Konsolidierung von Hoffmann per 1. Mai stammen. Währungseffekte bremsten die Umsatzentwicklung mit –1.3%.

Schwankende Kapazitätsauslastung beeinflusste ProfitabilitätDie im Verlauf des ersten Halbjahres abgeschwächte Kundennachfrage in der Automobilindustrie beeinflusste die Kapazitätsauslastung in den automobilnahen Geschäftsbereichen negativ. Dies führte zu einer insgesamt uneinheitlichen Auslastung der Produktionskapazitäten. Die steigenden Rohmaterial-, Energie- und Personalkosten beeinflussten die Ertragskraft zusätzlich. Im ersten Semester 2022 resultierte eine im Vergleich zum Vorjahr um 210 Basispunkte reduzierte normalisierte EBIT-Marge von 14.7%, die auch durch Mixverschiebungen in den drei Segmenten beeinflusst wurde. Das ausgewiesene Ergebnis ist aufgrund von Lageraufwertungen der erworbenen Gesellschaften mit Akquisitionseffekten von CHF 16.6 Mio. belastet. Der normalisierte Betriebserfolg konnte um 11.5% auf CHF 179.5 Mio. gesteigert werden, was hauptsächlich auf die erstmalige Konsolidierung von Hoffmann per 1. Mai 2022 zurückzuführen ist.

Die Investitionsprogramme wurden mit Ausgaben von CHF 60.7 Mio. im ersten Halbjahr unverändert fortgeführt, was 5.0% des Nettoumsatzes entspricht (Vj. 4.9%). Der operative Cash Flow betrug CHF 62.5 Mio. (Vj. CHF 135.8 Mio.). Zum Schutz der Lieferverlässlichkeit wurden gegenüber den Vorjahren überproportional hohe Lagerbestände aufgebaut. Gleichzeitig binden Kundenforderungen aufgrund des Umsatzwachstums mehr Mittel als in Vorjahren.

Segment Engineered Components (EC) – Uneinheitliche Entwicklung
Die Nachfrage in den Divisionen des Segments EC entwickelte sich vorwiegend positiv. Insbesondere die beiden Divisionen Industrial und Medical nutzten das gute Marktumfeld und erfüllten die Wachstumserwartungen im ersten Semester 2022. Die Division Electronics konnte das ausserordentlich starke Wachstum aus der Vorjahresperiode bestätigen und realisierte trotz des hohen Basiseffekts wiederum eine beachtliche Umsatzsteigerung. Im Automobilgeschäft prägten die im Verlauf des vergangenen Jahres einsetzenden Engpässe in den kundenseitigen Lieferketten im ersten Semester 2022 auch die Entwicklung der Division Automotive. Das Segment erzielte einen Umsatz von CHF 523.4 Mio. Dies entspricht einem Wachstum von 6.4% gegenüber der Vorjahresperiode. Die im ersten Semester 2022 erzielte EBIT-Marge liegt bei 15.9% (Vj. 18.7%).

Segment Fastening Systems (FS) – Ungebrochene Dynamik
Die beiden Divisionen des Segments Fastening Systems haben die Möglichkeiten des weiterhin dynamischen Marktumfelds in der Bauindustrie genutzt. Die seit Ende 2020 bestehende starke Nachfrage setzte sich im ersten Semester 2022 unvermindert fort. Eine positive Entwicklung erzielte die Division Riveting auch in den meisten anderen Anwendungsbereichen. Das Geschäft in der Automobilindustrie war weiterhin von Engpässen in den Lieferketten der Kunden geprägt. Der Segmentumsatz lag bei CHF 334.5 Mio., was gegenüber der Vorjahresperiode einem Wachstum von 14.1% gleichkommt. Dank insgesamt hoher Kapazitätsauslastung und umsichtigem Kosten- und Preismanagement realisierte das Segment eine EBIT-Marge von 19.1% (Vj. 17.7%).

Segment Distribution & Logistics (D&L) – Transaktion mit Hoffmann vollzogen
Nach Vorliegen aller regulatorischen Bewilligungen konnte die Transaktion mit Hoffmann Anfang Mai vollzogen werden. Die Aktivitäten zur Realisierung der mittel- und langfristigen Wachstumspotenziale werden aktuell geplant und konsequent umgesetzt. Mit dem Vollzug der Transaktion wurde Martin Reichenecker, Vorstandsvorsitzender von Hoffmann, in das SFS Group Executive Board aufgenommen. Dank weiterhin guter Produktverfügbarkeit konnten beide Divisionen des Segments D&L im ersten Semester 2022 ein starkes Wachstum erzielen. In der Berichtsperiode resultierte ein Umsatz von CHF 365.7 Mio. Dies entspricht einem Wachstum von 111.9% gegenüber der Vorjahresperiode. Haupttreiber dieser Entwicklung sind Konsolidierungseffekte von 105.4% durch die erstmalige Konsolidierung von Hoffmann per 1. Mai. Im ersten Halbjahr realisierte das Segment einen normalisierten Betriebserfolg (EBIT) von CHF 34.9 Mio., was einem Wachstum von 115.4% entspricht. Das ausgewiesene Resultat ist mit Akquisitionseffekten von CHF 16.6 Mio. belastet.

Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit erzielt
Anfang Juni publizierte SFS den  gemäss den international gültigen Richtlinien der GRI-Standards (Option «Kern»). Trotz dem herausfordernden Umfeld im Geschäftsjahr 2021 gelang es, bei den ambitionierten Zielsetzungen weitere wichtige Fortschritte zu erreichen, wie z. B. die Reduktion der Berufsunfälle um –12.8% oder die Senkung der CO2-Emissionen um –11.9% («Like-to-Like»-Betrachtung).

SFS möchte den Anteil an selbst produzierter elektrischer Energie ausbauen und plant deshalb, eine Windenergieanlage auf dem Firmengelände am Standort Heerbrugg (Schweiz) zu errichten. Durch den Bau dieser Anlage können ca. 10% des eigenen Strombedarfs in der Schweiz selbst erzeugt werden. Bereits heute werden rund 10% des Strombedarfs in der Schweiz mit existierenden Photovoltaikanlagen abgedeckt. Zukünftig geplante zusätzliche Photovoltaikanlagen bieten Potenzial für weitere ca. 10%. Somit könnten zukünftig rund 30% des eigenen Strombedarfs in der Schweiz selbst produziert werden. Auch an den Standorten ausserhalb der Schweiz wurden grosse Anstrengungen zum Zubau von Photovoltaikmodulen unternommen, wie beispielsweise in Nantong (China) oder Johor Bahru (Malaysia).

Stabile Finanzierung der Hoffmann-Transaktion
Zur teilweisen Finanzierung des Kaufpreises hatten die Aktionärinnen und Aktionäre der SFS Group an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 31. Januar 2022 dem Antrag zur Schaffung von genehmigtem Kapital im Umfang von höchstens CHF 160’000 (entspricht höchstens 1’600’000 Aktien) zugestimmt. Am Vollzugstag wurde sodann ein Teil des Kaufpreises in Form von 1’400’000 neu geschaffenen und 200’000 bestehenden Aktien entrichtet. Das ausgegebene Aktienkapital der SFS Group AG beträgt neu CHF 3’890’000 und ist eingeteilt in 38’900’000 Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 0.10. Das neu geschaffene Aktienkapital wurde in Form einer Kapitaleinlage ausgewiesen. So kann in Zukunft jeweils ein Teil der Dividenden frei von Verrechnungs- und Einkommenssteuern an in der Schweiz ansässige Privatpersonen ausgeschüttet werden. Die gesamte so nutzbare Kapitaleinlagereserve beträgt rund CHF 165 Mio.

Per 18. Mai 2022 erfolgte die erfolgreiche Platzierung zweier festverzinslicher Anleihen mit Laufzeiten von drei (CHF 250 Mio.) und fünf Jahren (CHF 150 Mio.), die am 8. Juni 2022 liberiert wurden. Der jährliche Zinscoupon der beiden Anleihen liegt bei 1.00% respektive 1.45%. Der Erlös der Platzierung dient der Refinanzierung der Hoffmann-Transaktion. SFS erhielt das gute Rating «BBB+» von der Zürcher Kantonalbank und der Credit Suisse (Ausblick «Stabil»).

Ausblick: Weiterhin hohe Flexibilität erfordert
Die weitere wirtschaftliche Entwicklung im zweiten Semester 2022 ist von hoher Unsicherheit gekennzeichnet: Geopolitische Spannungen, der Krieg in der Ukraine, ein drohender Energiemangel in Europa, anhaltende Verwerfungen in den Lieferketten und fortwährende Beeinträchtigungen durch die COVID-19-Pandemie beeinflussen die globale Wirtschaft zunehmend. Die damit einhergehende hohe Inflation wirkt sich in Form von steigenden Preisen und Kosten negativ auf Konsumenten und Lieferketten aus.

Vor diesem Hintergrund erwartet SFS für das zweite Halbjahr 2022 eine Verlangsamung der Geschäftsaktivitäten. SFS rechnet für das Gesamtjahr – vor Konsolidierung von Hoffmann – unverändert mit einem Umsatzwachstum von 3–6%, obwohl sich die Unsicherheiten im Verlauf des Geschäftsjahres erhöht haben. Zusätzlich wird aus der Konsolidierung von Hoffmann für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzeffekt von CHF 720–770 Mio. erwartet (acht Monate Konsolidierung im Jahr 2022). Für die gesamte SFS Group, inklusive Hoffmann, wird aufgrund von Mixverschiebungen durch die Akquisition von Hoffmann eine normalisierte EBIT-Marge von 12–15% erwartet. Dies unter der Annahme keiner substantiellen Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds oder verschärfter pandemie-bedingter Einschränkungen.

Aufgrund der strategisch internationalen Positionierung des Segments D&L und der daraus folgenden Mixverschiebung überarbeitet SFS den mittelfristigen Ausblick. Während das Umsatzwachstumsziel des gesamten Unternehmens unverändert bei 3–6% liegt, wird das Zielband der normalisierten EBIT-Marge neu auf 12–15% festgelegt.

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