Eine kunterbunte Zauberwelt: Die „Rollin’Art Gallery“ bringt erfolgreich Kunst in den Alltag

Eine kunterbunte Zauberwelt: Die „Rollin’Art Gallery“ bringt erfolgreich Kunst in den Alltag
Tina Hötzendorfer

Tina Hötzendorfer wollte eigentlich Tourismusmanagerin werden. Doch zunächst folgte sie ihrer Berufung und zog aus, um die Welt kennenzulernen. Bis sie eines schicksalhaften Tages beim Snowboarden stürzte. Die Folge: eine Querschnittslähmung von den Schultern abwärts. Heute kann die Tirolerin auch ihre Finger kaum bewegen – und malt doch Bilder, die zu Herzen gehen. Denn sie strahlen eine wohltuende Wärme und eine frische Fröhlichkeit aus, die bei ihren Kund*Innen in aller Welt bestens ankommen.

Ihr Weg führte Hötzendorfer von Ausstellungen in New York, Paris und London über den „Kitz Award“ für Leistungen in der zeitgenössischen Kunst bis zur Gründung ihrer eigenen Galerie. Mit der „Rollin’Art Gallery“ in St. Johann in Tirol betreibt die Künstlerin einen Kunst- und Geschenkeladen, der durch seine Produktvielfalt überzeugt. Wer Besonderes für Freund*Innen erstehen möchte, ist hier ebenso an der richtigen Adresse wie Unternehmen, die auf der Suche nach Give-Aways, Werbeartikeln, Workshop-Partnern, Vortragenden, etc. sind. Im Interview mit wirtschaftszeit.at erlaubt die erfolgreiche Geschäftsfrau und junge Mutter einen Blick hinter die Kulissen ihres Berufslebens mit seinen besonderen Herausforderungen.

Sie beschreiben sich selbst mit den Worten „Lebe lieber kunterbunt“ – zieht sich dieses Motto auch durch Ihre Geschäfsidee? Bitte umreißen Sie diese kurz für uns – was können wir uns unter einer „Rollin’Art Gallery“ vorstellen?
„Rollin’Art“ ist eine kunterbunte Zauberwelt, die Freude, Glück und Farbe verbreitet. Die von mir gestalteten Bilder und Designs werden in unserer Manufaktur in St. Johann in Tirol auf unterschiedlichste Artikel gedruckt – von Tassen über Thermosflaschen, Textilien bis Kork und Glas. Besondere und personalisierbare Geschenkartikel, Zauberhaftes für Zuhause und fröhliche Mode zeichnen uns aus. Wir haben einen lokalen Laden und einen Online Shop, der sich mittlerweile europaweit großer Beliebtheit erfreut.

Wie haben Sie die Kunst für sich entdeckt?
Nach meinem Unfall und der daraus resultierenden Querschnittslähmung musste ich einen neuen Weg und neue Aufgaben für mich finden. Ich entdeckte die Malerei für mich und fand immer mehr Gefallen daran, mich kreativ zu entfalten. Meine Bilder und Zeichnungen wollte ich dann auf Gebrauchsgegenstände bringen und habe mich über die unterschiedlichsten Drucktechniken informiert. Heute bedrucken wir in unserer Manufaktur alles selbst. Mit meinen bunten Acrylbildern war ich auch schon international unterwegs, durfte u.a. in Galerien in New York, London und Paris ausstellen.

Wie kam es zur Gründung der „Rollin’Art Gallery“?
Nachdem das Interesse an meinen Bildern immer größer wurde und ich eine Möglichkeit suchte, meine Kunstwerke präsentieren zu können, kam die Idee der eigenen Galerie auf. Die „Rollin’Art Gallery“ habe ich dann 2014 eröffnet und erfüllte mir damit einen großen Traum. Um breitere Kundenkreise ansprechen zu können, bauten wir unser Angebot immer weiter aus und haben mittlerweile um die 400 Artikel im Sortiment, welches sich stetig weiterentwickelt.

Sie hatten einen Snowboard-Unfall, in dessen Folge Sie von den Schultern abwärts querschnittsgelähmt sind. Welche technischen und andere Möglichkeiten nutzen Sie, um Ihre Kunstwerke zu kreieren?
Ich habe im Laufe der Jahre gelernt mit meinen Einschränkungen umzugehen. Ich kann zwar u.a. auch meine Finger nicht mehr bewegen, die Arme nur eingeschränkt, kann aber durch meine spezielle Technik gut malen und schaffe mittlerweile auch sehr detailreiche Bilder mit feinsten Linien und Mustern. Auf Hilfsmittel bin ich dabei nicht angewiesen.

Mit Ihrer „Rollin’Art Gallery“ führen Sie ein Unternehmen – das birgt, wie wir uns alle vorstellen können, viele Herausforderungen. Wie funktioniert Ihr beruflicher Alltag mit Behinderung?
Ein Unternehmen zu führen ist eine Herausforderung, vor allem in Zeiten wie diesen. „Rollin’Art“ beschäftigt mittlerweile einige Mitarbeiter, es gibt Fixkosten zu stemmen und man muss immer am Puls der Zeit sein. Da wir besonders im Online Handel aktiv sind und unsere Kund*Innen hauptsächlich über Social Media generieren, ist Präsenz enorm wichtig. Auszeiten gibt es wenige. Es bedarf genauer Planung und umfassender Unterstützung. Vor allem auch, weil mein Verlobter und ich vor neun Monaten Eltern geworden sind und unser Sohn natürlich die oberste Priorität hat. Eine Herausforderung ist sicher auch, dass mir als Frau mit einer Behinderung oft keine Leistungsfähigkeit zugetraut wird und mich Menschen unterschätzen. Daraus resultiert bestimmt ein gewisser Ehrgeiz, die Gesellschaft vom Gegenteil überzeugen zu wollen.

Sie halten auch Vorträge zum Thema Resilienz, Achtsamkeit und Dankbarkeit. Welche Gedankenanstöße, Inspirationen und Visionen wollen Sie Ihren Kunden mitgeben?
Die vergangenen Jahre haben mich sehr geprägt. Es gab viele Tiefen, schwierige Zeiten und Herausforderungen zu bewältigen. Umso mehr schätze ich heute das Positive, bin wahnsinnig dankbar für all das Schöne in meinem Leben. Ich lebe heute viel bewusster, weiß, dass auch die kraftraubendsten Momente vorbei gehen und nach jedem Sturm wieder die Sonne zum Vorschein kommt. Die Welt und das Leben sind nicht immer rosarot oder kunterbunt, durch meine Arbeit möchte ich den Fokus aber auf das Gute und Schöne lenken, Gelassenheit und Zuversicht vermitteln.

Ihre Zukunftspläne?
Ich möchte unserem Sohn ein glückliches Zuhause geben mit ganz viel Geborgenheit, Sicherheit und Möglichkeit zur Entfaltung und ihm die Welt zeigen, mit all ihren Facetten. Mein Unternehmen soll von mir unabhängig funktionieren, sodass ich genügend Freiraum für neue Projekte bekomme und Zeit und Möglichkeiten für all das habe, was ich mir wünsche.

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Rollin'art GmbH

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